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Energetisches Brodeln beim #Researchathon in Heidelberg am dkfz

Ein Tag im Spagat zwischen FastTrack und realistischen, praktikablen Studiendesigns für evidenzbasierte Ergebnisse: Die #DiGA Sprechstunde mit #Researchathon des hih am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg hat Kräfte freigesetzt, die sehr viel Mut machen und auch die richtigen Fragen stellen. / 1. März 2020
[Video-Aufzeichnung]

von hih

Das Programm der #DiGA #Sprechstunde , die am 27. Februar am dkfz stattfand, vereinte die neue Welt des #DVG mit all seinen Ideen, neuen Regularien und Optionen und die Welt der evidenzbasierten Medizin.


>> Für alle, die nicht dabei sein konnten – hier geht es zur  Video-Aufzeichnung der Vorträge und Researchathon-Ergebnisse
(weiter unten findet Ihr die Minutenangaben zu den einzelnen Sprechern)
>> und hier findet Ihr die  DiGA Summit  Folien  (mit einigen, wenigen Abstrichen) sowie die Folien von Dr. Lars Hemkens

>> short english-speaking slide deck

Gemeinsam mit dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), dem Bundesgesundheitsministerium, dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), den Haus- und Fachärzten und nicht zuletzt Martin Tschirsich vom Chaos Computer Club (CCC) informierte die hih-Sprechstunde über Zugangsvoraussetzungen für Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGAs) und welchen Fallstricken schlauerweise im Vorfeld aus dem Weg gegangen werden sollten.

Dr. Wolfgang Lauer und Kathrin Pfeiffer (BfArM) gaben Einblicke in die Erarbeitung des Leitfadens, sprachen über die avisierte Timeline und versicherten glaubhaft, dass sie sich auf die ersten Anträge ab Anfang Mai 2020 freuen. Das Lernen voneinander, sagten sie an die Anwesenden gewandet, wird unterdessen weitergehen.

Dr. Naomi Fujita-Rohwerder vom IQWiG warf einen Blick auf die Evidenzanforderungen und Dr. Lars Hemkens von der Uni Basel zeigte einen Weg hin zu pragmatischen RCTs auf.

           

Auch die Datensicherheit rund um die DiGAs kam nicht zu kurz: Martin Tschirsich, Mitglied des CCC, schilderte in seinem Vortrag, worauf es beim Thema Informationssicherheit ankommt: vor allem auf die Awareness. „Seien Sie sich gewahr, einen 100prozentigen Schutz werden Sie – seriös – nicht garantieren können. Was Sie tun können, ist Transparenz darüber herstellen, auf welche Sicherheitsstrategie Sie setzen UND wie Ihr Risikomanagement aussieht, wenn doch etwas passiert.“

Abgerundet wurde diese Hälfte der zweigeteilten Veranstaltung von Dr. Leonor Heinz, Allgemeinmedizinerin aus Berlin, und Dr. Felix Cornelius, Deutsches Institut für Fachärztliche Versorgungsforschung, der den praktischen Weg einer #DiGA in die Praxis nachzeichnete und betonte, welche Chancen auch für die Ärzte in diesen neuen Verordnungsmöglichkeiten für ihren Praxisalltag stecken.

Soviel zur Informationsveranstaltung des Tages. Eigentliches Highlight und die Weltpremiere schlechthin fand in der zweiten Tageshälfte, in der Mensa des dkfz statt: der Researchathon, um Studiendesigns für die Digitalen Gesundheitsanwendungen des FastTracks zu skizzieren. Hintergrund: im ersten Jahr (12 Monate ab Verschreibung) müssen die Anbieter die aufgestellte positive Nutzenhypothese durch Evidenz unter Beweis stellen.

       

Fünf beispielhafte DiGA-Szenarien wurden von jeweils vier interdisziplinären Research-Teams untersucht und auf verschiedene Studiendesigns „abgeklopft“ und zum Ende des Tages in großer Runde vorgestellt und eingeschätzt wurde.
Die wissenschaftliche Jury, bestehend aus Prof. Dr. Michael Boutros des Gastgebers dkfz, Prof. Dr. Oliver Opitz, Koordinierungsstelle Telemedizin Baden-Württemberg, und Prof. Dr. Jörg F. Debatin, Chairman des hih, zeigte sich beeindruckt von den erarbeiteten Lösungsvorschlägen.
(Einen ausführlichen Bericht zum #Researchathon finden Sie bald ebenfalls im Magazin der hih-Webseite.)

Video

00:00:05 Begrüßung Prof. Dr. med. Jörg Debatin (hih)
00:05:26 Grußwort Prof. Dr. Baumann (dkfz)

DiGAV-Überblick
00:13:16 Prof. Debatin (hih) Programmvorstellung
00:20:13 Dr. Henrik Matthies/Julia Hagen (hih)
00:43:43 Dr. Wolfgang Lauer/Kathrin Pfeiffer (BfArM)

DiGAV-Datensicherheit
00:56:44 Ecky Osterhoff (hih)
01:06:44 Jan Brönneke/Julia Hagen (hih)
01:18:41 Martin Tschirsich (Chaos Computer Club)

DiGA aus ärztlicher Sicht
02:03:31 Prof. Debatin (hih)
02:14:12 Dr. Leonor Heinz (Allgemeinmedizinerin)/ Dr. Felix Cornelius (DIFA)

DiGAV – Verordnung, Vergütung, Pricing
02:39:18 Dr. Henrik Matthies (hih)

02:57:35 Ergebnisse des Researchathons
Julia Hagen (hih)

Closing remarks
03:48:52 Prof. Dr. med. Jörg F. Debatin (hih)

Fotos: Tobias Schwerdt